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Flow und Kreativität:
eine wunderbare Verbindung.

Und das Beste: FLOW ist trainierbar!

von Matthias Jacobi

WO hast Du Deine
besten kreativen Ideen?

Wahrscheinlich nicht im Büro, wenn Du vor einem leeren Blatt Papier sitzt, das Du seit geraumer Zeit in der Hoffnung anstarrst, dass DIE entscheidene Idee endlich kommen möge…

WANN hast Du Deine
besten kreativen Ideen?

Wahrscheinlich nicht wenn Du unter Stress stehst, der Abgabetermin schon bedrohlich nahe gerückt ist und die Liste Deiner unerledigten Aufgaben noch unendlich lange ist…

Ich habe keine meiner Entdeckungen durch rationales Denken gemacht.

Albert Einstein

Menschen, die sich auf Logik, Philisophie und rationale Erklärungen stützen, lassen letztlich den besten Teil Ihres Geistes verhungern.

William Butler Yeats

Kreative, bahnbrechende Ideen werden nicht von unserem logisch denkenden Verstand erzeugt. Deine Kreativität entfaltet sich dann, wenn Dein Geist zur Ruhe kommen und Du abschalten kannst: beim Segeln oder Wandern, wenn Du am Lagerfeuer sitzt, abends bei einem entspannenden Bad, morgens im Bett gleich nach dem Aufwachen, oder in der Meditation.

Kreativtät ist Intelligenz, die Spaß hat.

Albert Einstein

Die vier Phasen eines kreativen Prozesses

1. Vorbereitung: Input, Absicht und Ziel, und viele Betawellen im Gehirn

Am Anfang einer guten Idee steht die intensive Beschäftigung mit dem Thema. Danach holst Du Informationen ein, sammelst Fakten. Wichtig in dieser Phase ist Dein innerer Wille, der unbedingte Drang, zu einer Lösung kommen zu wollen. Deine klare Absicht.

In dieser Phase brauchst Du Deinen intellektuellen, kritischen und analytisch-logischen Verstand, d.h. Deine Betawellen. Gleichzeitig pflanzt Du in Deinem Unterbewusstsein schon den Samen für die Lösung, Deine Alpha- und Thetawellen sind jetzt gefragt.

Die  bewusste, zielgerichtete Verwendung der eigenen Seelenkräfte ist das oberste Geheimnis… ich reiße zuerst die volle Kraft meines Egos an mich. Dann fühle ich das brennende Verlangen und die intensive Entschlossenheit, etwas wertvolles zu erschaffen. Dieser Wunsch, dieses Sehnen schließt in sich das Wissen ein, dass ich mein Ziel auch erreichen kann. Dann verbinde ich mich mit dem leidenschaftlichen Verlangen… Diese tief sitzende Überzeugung und Zuversicht öffnet den Kanal, auf dem die Schwingung von der Kraftquelle, dem Zentrum der Seele, in mein Bewusstsein fließen kann. Die inspirierenden Ideen sind geboren.

Giacomo Puccini, Composer

2. Inkubation: „Processing“ – das ultimative Loslassen

Du hast alle Daten und Fakten gesammelt? Du hast eine klare Absicht gesetzt? Und trotzdem kommst Du nicht mehr weiter? Das ist der Zeitpunkt, an dem Du Dein Projekt am besten eine Weile ruhen lässt. Erlaube Deinem Unterbewusstsein, eine Lösung zu finden.

Geh spazieren. Häng Deinen Tagträumen nach. Ruhe dich aus. Schlaf ein wenig oder treibe Sport. Reduziere Deine Betahirnwellenaktivität. Sorge dafür, dass Dein Unterbewusstsein keinen weiteren neuen Input bekommt. Aktiviere Deine Sinne und erzeuge so Alphawellen. Die Alphawellen sind die Voraussetzung dafür, dass es eine Brücke zwischen Deinem Bewusstsein und Deinem Unterbewusstsein gibt, ein W-LAN. Dann können die Ideen frei fließen.

Fünfzehn Tage lang mühte ich mich zu beweisen, dass es Funktionen, die ich später Fuchs’sche Funktionen (Fuchsian functions) nannte, nicht geben könne. Ich war damals sehr unwissend; jeden Tag setzte ich mich an meinen Arbeitstisch, blieb dort ein bis zwei Stunden und probierte zahllose Kombinationen, ohne Ergebnis. Eines Abends trank ich ganz gegen meine Gewohnheit schwarzen Kaffee und konnte nicht schlafen. Ideen stiegen in großen Mengen auf; ich fühlte sie zusammenstoßen bis sie sich paarweise verbanden, sozusagen stabile Kombinationen eingingen. Bis zum nächsten Morgen hatte ich die Existenz einer Klasse Fuchs’scher Funktionen festgestellt… Ich musste nur noch die Ergebnisse niederschreiben, was nur ein paar Stunden dauerte.

Henri Poincaré, Mathematician

3. Output: Ideen, Einfälle und Eingebungen

Ideen und Eingebungen ploppen dann auf, wenn die Inhalte des Unterbewusstsein (Theta und Delta) wenigstens für einen kurzen Augenblick über die Alphabrücke ins Wachbewusstsein (Beta) strömen können. Alphawellen müssen vorhanden sein, damit die Informationen zwischen dem Unterbewusstssein und dem Bewusstsein frei fließen können.

Neurowissenschaftler bestätigen immer wieder, dass unsere kreativsten Impuls- und Ideengeber (Wissenschaftler, Künstler, Forscher etc.) über stark entwickelte Alphawellen verfügen. Doch nicht nur kreativen Peak Performanern steht dieser Zustand (Awakened Mind) zur Verfügung. Wir alle verfügen über diese spezielle Kombination von Hirnwellen, zumindest zeitweise: im Traum, in tranceartigen Zuständen oder im Halbwachzustand kurz vor oder nach dem Schlafen.

Der Fluss der Inspiration wird oft dann unterbrochen, wenn wir von Außen gestört werden. Dann produzieren wir wieder eine Menge hochfrequente Betawellen, die Alpha- und Thetawellen unterdrücken. Die kreative Hochphase ist unterbrochen, wir verlieren den FLOW.

Die Musik dieser Oper (Madame Butterfly) wurde mir von Gott diktiert, ich war nur derjenige, der sie aufschrieb und an die Öffentlichkeit brachte.

Giacomo Puccini, Komponist

Im Allgemeinen kommt der Keim einer zukünftigen Komposition plötzlich und unerwartet… Er verwurzelt sich mit außerordentlicher Kraft und Schnelligkeit, bricht aus der Erde heraus, entwickelt Äste und Blätter und blüht schließlich. Ich kann den kreativen Prozess nur durch dieses Gleichnis beschreiben… Ich vergesse alles und benehme mich wie ein Verrückter; alles in mir beginnt zu pulsieren und zittern; kaum habe ich die Skizze begonnen, folgt ein Gedanke dem anderen. Oft weckt mich mitten in diesem magischen Vorgang eine äußere Unterbrechung aus meinem schlafwandlerischen Zustand… Wahrhaft schrecklich sind solche Unterbrechungen… Sie zerreißen den Faden der Inspiration.

Peter Tschaikowski, Komponist

Ich drehte meinen Stuhl zum Feuer und nickte ein. Wieder tanzten die Atome vor meinen Augen. Dieses Mal blieben die kleinen Gruppen bescheiden im Hintergrund. Mein inneres Auge, geschult durch wiederkehrende Visionen dieser Art, konnte nun größere Strukturen von vielfältiger Gestalt erkennen. Lange Reihen, manchmal enger miteinander verbunden. Sich drehend und windend in schlangengleicher Bewegung. Doch schau! Was war das? Eine der Schlangen hatte ihren eigenen Schwanz ergriffen, und diese Form tanzte spöttisch vor meinen Augen. Wie blitzartig erwachte ich… Lassen Sie uns lernen zu träumen, meine Herren.

August Kekule, Chemiker
über seine Entdeckung des Benzolrings

4. Realitätsprüfung und Verifikation – Bring es ins Beta!

Das Focus-Magazin berichtete, dass 76% aller kreativen Ideen außerhalb des eigenen Unternehmens entstehen: beim Faulenzen, Frühstücken, beim Sport oder im Auto. Es wurde jedoch auch festgestellt, dass 90% aller spontanen Einfälle und Eingebungen wieder verloren gehen, weil sie nicht sofort umgesetzt oder aufgeschrieben (d.h. in den Betawellen verankert) werden.

Wie trainiere ich meine Kreativität?

Die Flexibilität deines Bewusstseins und Deiner Hirnwellen sind der Schlüssel zu einem kreativen Geist. Trainiere Deine Hirnwellen und lerne, sie bewusst zu beeinflussen. Je leichter Du Dich vom logisch-analytischen Denken verabschieden und mit Deinen Alpha- und Thetawellen verbinden kannst, desto mehr entfalten sich Dein in Dir liegendes kreatives Potential und Deine Intuition. Du bist dann weniger abhängig von Zufällen. Gleite in diesen kreativen Flow-Zustand hinein, wann immer Du möchtest.

Reduziere Dein Beta:
Bring Deine Gedanken zur Ruhe

Trainiere Dein Alpha:
Aktiviere Deine Sinne

Tauch ein in Theta:
Nimm Kontakt mit Deinem Unterbewusstsein auf

Die vier Phasen der Kreativität zitiert nach Willis Harmann und Howard Rheingold: „Higher Creativity – Liberating the Unconscious for Breakthrough Insights“.

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